Kaya + Partners

Innenarchitektur

Zahire 1938 Rota Kafe — Çayyolu / İncek, Ankara

Ein Filialprojekt für eine Konditorei mit Café an der Achse Çayyolu–İncek in Ankara: geschwungene Steinfassade, beschattete Gartenterrasse, ein von Bogennischen gegliederter Servicebereich und Gasträume mit Glasfassade.

Ein ganzheitliches Innenarchitekturprojekt an der Achse Çayyolu–İncek in Ankara: Für die neue Filiale einer Konditorei- und Café-Marke werden Fassade, Außenterrasse und Innenraum unter einer einzigen Identität zusammengeführt. Zahire 1938 Rota Kafe übersetzt das bis ins Jahr 1938 zurückreichende Gedächtnis der Marke nicht in eine nostalgische Dekorationskulisse, sondern in eine zeitlose Materialsprache: ein geschwungenes Steinportal, gewölbte Servicenischen und eine Vitrinenzeile im Schachbrettmuster. Kaya + Partners hat das Projekt auf einer einzigen Frage aufgebaut – was sieht der Gast von dem Moment an, in dem er durch die Tür tritt, bis er an seinem Tisch Platz nimmt?

Ein Treffpunkt an der Achse Çayyolu–İncek

Das Lokal liegt dort, wo sich die dichte Wohn- und Bürobebauung zwischen Çayyolu und İncek kreuzt. Die beiden Viertel haben einen unterschiedlichen Rhythmus: Auf der Seite von Çayyolu überwiegen Tagesbetrieb und Familien, auf der Seite von İncek Abende und Wochenenden. Terrasse, Hauptsaal und Serviceband wurden deshalb so gelöst, dass sie unabhängig voneinander funktionieren können – morgens stehen Kaffee und die Take-away-Linie im Vordergrund, abends kommen Saal und Terrasse hinzu.

Fassade – ein Markentor mit geschwungenem Steinportal

Die Ladenfassade an der Einkaufsachse wurde von einem mit cremefarbenem Naturstein verkleideten Portal mit abgerundeten Ecken gerahmt. Der goldene Schriftzug ZAHİRE 1938 auf dunkelbraunem Grund wiederholt sich als durchgehendes Band entlang der Fassade; der Markenname ist schon von Weitem lesbar und begegnet Ihnen aus der Nähe erneut als Relief im Stein des Portals.

Die Bronzetür am Eingang mit ihrem kreisförmigen Motiv ist das Signaturdetail des Projekts: geschlossen massiv wie der Deckel einer Truhe, geöffnet ein Filter, der das Licht der Vitrinen auf die Straße trägt. Ziel der Café-Fassadengestaltung war es nicht, mit den übrigen Schaufenstern derselben Einkaufsstraße zu konkurrieren, sondern eine andere Art von Ruhe zu schaffen.

Gartenterrasse – der erste Kontakt mit der Straße

Die entlang der Fassade verlaufende Terrasse wurde durch niedrige grüne Einfassungen und Pflanztröge vom Gehweg abgegrenzt. Cremefarbene Sonnenschirme mit Bogenkante, geflochtene Sessel und Kugelleuchten machen die Terrasse von einer Fläche mit „Tischen draußen“ zum sichtbarsten Salon des Lokals.

Eine perforierte Betonwand filtert das Sonnenlicht und schützt die Gäste zugleich vor dem Trubel der Einkaufsstraße. Beim Café-Design in Çayyolu müssen Schatten, Privatsphäre und Sichtbarkeit gleichzeitig gelöst werden – hier übernimmt das eine einzige Wand.

Konditoreivitrine – das Serviceband als Bühne für das Produkt

Das Rückgrat des Innenraums ist das vom Eingang bis zur Kasse durchlaufende Präsentations- und Serviceband. Die Vitrinen wurden parallel zum Laufweg der Gäste angeordnet; das Produkt steht im warmen Licht, die Rückwand ist als dunkler Hintergrund konzipiert. So werden Torten, Schokolade und Backwaren zum einzigen Element, das die Farbigkeit des Raums bestimmt.

  • Durch beleuchtete Kapselschilder gegliederte Bereiche: Eis, Süßes, Herzhaftes, Kasse und Ausgabe
  • Gekühlte Tortenvitrinen mit gerundeten Enden und warmem Licht
  • Inseltheke für den Stehservice und Kassenzone
  • Rückwand mit Fliesen im Schachbrettmuster und gewölbte Nischen
  • Bühnenhintergrund, der mit dem goldfarbenen ZAHİRE 1938 Wandlogo abschließt

Gewölbte Nischen und Schachbrettstruktur – eine zeitlose Sprache

Die sich entlang des Servicebands wiederholenden Nischen mit Rundbogen sind eine zeitgenössische Interpretation einer klassischen Bäckereitypologie. Das beige-braune Schachbrettmuster tritt an die Stelle von Oberflächen in Marmoroptik und verleiht dem Raum eine historische Anmutung, ohne eine bestimmte Epoche eins zu eins zu kopieren.

Dieses Paar – Bogen und Schachbrett – taucht in jeder Ebene des Projekts wieder auf: in der Vitrinenrückwand, in den Nischen, in der Wandverkleidung. Wiederholung ist im Konzeptentwurf für Marken-Cafés das günstigste und zugleich dauerhafteste Mittel der Identität.

Kaffeebar und Küchenlinie – das sichtbare Gesicht des Betriebs

Die Kaffeebar wurde als eigenständige Insel unterhalb der Menütafeln gelöst; Espressolinie, Heißgetränke und Take-away sind an einer Theke zusammengefasst. Das offene Küchenfenster zeigt den Gästen, wo die warmen Speisen herauskommen – anders als in einer geschlossenen Hinterküche wird die Zubereitung hier Teil der Atmosphäre des Raums.

Personal- und Gästeverkehr wurden als zwei parallele Linien getrennt; sie kreuzen sich nur an Kasse und Ausgabe. In der Innenraumgestaltung für die Gastronomie ist genau das ebenso entscheidend wie die Ästhetik: ein Grundriss, der nicht Quadratmeter, sondern Sekunden gewinnt.

Gasträume – Glasfassade, Tageslicht und grüne Wand

Die Gasträume hinter dem Serviceband wurden mit raumhohen Glasfassaden gelöst. Die Holzpaneeldecke und das umlaufende indirekte Lichtband bringen das hohe Raumvolumen auf menschlichen Maßstab; tagsüber trägt das Tageslicht den Raum, abends übernimmt dieses Lichtband.

  • Abgerundete Sitzgruppen mit Samtpolsterung in Grün und Creme
  • Durchgehende Sitzbank entlang der Fensterfront mit Zweiertischen
  • Wand mit feiner Ziegelstruktur, rhythmisiert durch ovale Spiegel
  • Von tropischen Pflanzen umrahmte, beleuchtete ZAHİRE-Wand – die Fotoecke des Lokals

Material und Licht – eine warm-neutrale Palette

Die Palette wurde auf vier Materialien reduziert: cremefarbener Naturstein, dunkelbraunes Holz, Bronze und beigefarbene Keramik. Farbe ist Sache des Produkts und der Pflanzen; die Architektur bildet ihnen den Hintergrund. Auch die Beleuchtung folgt derselben Disziplin – fokussiertes warmes Licht in der Vitrine, weiche Kugelleuchten und indirektes Lichtband im Gastraum, beleuchtete Schilder am Serviceband.

Ein wiederholbares Café-Konzept im Kettenmaßstab

Zahire Rota Kafe wurde nicht entworfen, um eine einzelne Filiale zu verschönern, sondern um eine vervielfältigbare Identität zu schaffen. Portal, Bogen, Schachbrettmuster und beleuchtete Bereichsschilder bilden eine Grammatik, die sich auf unterschiedlichen Flächen neu aufbauen lässt. Café-Innenarchitektur in İncek und Çayyolu bedeutet, schon heute das Gesicht zu bauen, an dem man die Marke auch in zehn Jahren noch erkennt – genau das ist das Ziel dieses Projekts.

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